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Rettung im Wald trainiert

Interdisziplinäre Übung von DRK, Forst, Feuerwehr und Bergwacht in Pinache

ErsteHilfe Training am Nachmnittag des Übungstages

"Verletzter" und Helfer waren sehr beansprucht bei der Übung in Pinache

Hand in Hand arbeiteten DRK, Bergwacht und Feuerwehr

Schmerzerfüllte Schreie dröhnen durch das Waldstück bei Pinache. Der Waldarbeiter Roman Fenchel liegt am Boden – auf seinen Oberschenkeln ein großer, schwerer Baumstamm. Vom Sensor, den Fenchel am Körper trägt, ertönt aufgrund seiner Bewegungslosigkeit ein lauter Signalton. Dieser ist auch für Marco El-Adhami, der wenige Meter weiter ebenfalls mit Baumfällarbeiten beschäftigt ist, nicht zu überhören. Er schaltet die Motorsäge aus, nimmt seinen Gehörschutz ab und eilt zu seinem Kollegen. Schnell wird ihm klar, dass die Verletzungen lebensbedrohlich sein könnten. El-Adhami setzt einen Notruf ab und eilt zu seinem Forstfahrzeug, um den Erste-Hilfe-Kasten zu holen.

Zum Glück war dieses Szenario am Donnerstagmorgen nur gespielt. Es handelte sich um eine interdisziplinäre Übung an der drei DRK Angehörige aus Knittlingen beteiligt waren. Das Forstamt des Enzkreises hatte zusammen mit der DRK-Kreisbereitschaftsleitung den Übungstag vorbereitet. „Nachdem klar wurde, dass wir für diese Art des Einsatzes technische Unterstützung benötigen, haben wir zusätzlich die Bergwacht und die Feuerwehr Mühlacker eingebunden“, sagt DRK-Kreisbereitschaftsleiter Dominique Krueger. Er moderierte zusammen mit Philipp Baumann, Kommandant der Feuerwehr Mühlacker, das Geschehen, das zahlreiche Beobachter aus dem Forstbereich gespannt verfolgten.  „Als Ersthelfer fühlt man sich in so einer Situation ganz schön allein“, sagte Baumann. „Die Wartezeit auf Hilfe kommt einem dann ewig vor.“

In Fenchels Fall ging es jedoch recht schnell. Sein Kollege legte Verbände an den aufgeschürften Händen an, deckte ihn zu und wich nicht von seiner Seite. Knapp sieben Minuten später traf der Rettungswagen ein. Die beiden Rettungsassistenten Helmut Karst und Lothar Vollmar liefen vorsichtig mit ihrem Material den Hang hinunter und lösten den erleichterten Ersthelfer ab. Die Profis schnitten die Hose am Unterschenkel des Patienten auf und entdeckten dort einen offenen Bruch. Dieser war zuvor von zwei Rotkreuzlerinnen aus Knittlingen täuschend echt geschminkt worden. Es folgten die Schmerztherapie und erneutes Warten auf technische Unterstützung.

Hand in Hand arbeiteten schließlich die gut zweieinhalb Dutzend haupt- und ehrenamtlichen Helfer von DRK, Feuerwehr, Forst und Bergwacht: Der Baumstamm wurde abgesägt und somit verkürzt; ein Hebekissen hob ihn an und ermöglichte es so, den Verletzten zu befreien und in den Rettungswagen zu bringen.

Nach der Übung fanden am Nachmittag außerdem Stationsausbildungen von DRK, Feuerwehr, Bergwacht und Forst für die teilnehmenden Gruppen statt. Einerseits, um sich besser kennen zu lernen, und andererseits, um im Ernstfall zu wissen, wie die anderen Einsatzkräfte arbeiten.

Text/Fotos: DRK KV Pforzheim-Enzkreis

17. September 2019 22:44 Uhr. Alter: 30 Tage

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